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Analyse des Kurseinbruchs: Die Angst kehrt an die Börse zurück


Es war der härteste Ausverkauf seit mehr als einem halben Jahrzehnt. Vor allem die Turbulenzen an der Wall Street und in China schockierten Börsianer. Besorgte Anleger bangen nun um die satten Gewinne der vergangenen Monate. Zu Recht?

Es war die vielleicht meisterwartete Korrektur der mittlerweile vier Jahre währenden Hausse. “Eine Korrektur nach den jüngsten Kursanstiegen ist eigentlich absehbar”, erklärte Peter Oppenheimer, Europa-Stratege der Investmentbank Goldman Sachs, schon vor wenigen Wochen. Der Schweizer Fondsmanager Felix Zulauf hatte noch zu Jahresbeginn gewarnt: “Im Frühjahr sind massive, möglicherweise brutale temporäre Shakeouts möglich, in denen die Kurse um bis zu 20 Prozent einbrechen könnten”.

Dieser Tag X ist nun da, wieder einmal. Zwar ist der Frühlingsbeginn noch rund drei Wochen entfernt, doch der gestrige 27. Februar dürfte sich in das Börsenjahr ebenso einbrennen wie im vergangenen Jahr der 22. Mai, als die Korrektur des vergangenen Jahres ihren Höhepunkt erreichte. Doch in diesem fiel der Ausverkauf noch giftiger aus: 207 Zähler verlor der Dax bis Ende des regulären Handels – zweieineinhalb Stunden später notierte der L-Dax gar 326 Punkte schwächer! So hart war der Dax seit Sommer 2002 nicht mehr unter die Räder gekommen.

Folgen des Ausverkaufs: Die Psychologie ändert sich

Inwiefern hat sich die Börsenwelt von den mehrjährigen Höchstständen des 26. Februar zum mitunter crashartigen Ausverkauf des 27. Februar nun verändert?

Nach acht Monaten der rasanten Kursgewinne haben Anleger nun das getan, was Marktexperten spätestens seit dem Jahreswechsel prophezeit haben: Nämlich Geld vom Tisch zu nehmen. Dass dies an den heiß gelaufenen chinesischen Aktienmärkten passiert ist, erscheint fast folgerichtig – bereits im Januar ereignete sich in Shanghai ein fünfprozentiger Kursrutsch an einem Handelstag.

Für Anleger – besonders jene in den Emerging Markets – könnte sich damit nun die Marktpsychologie ändern. Der Markt hat wieder seine verletzliche Seite gezeigt, ein Ausrufezeichen ist gesetzt worden. Das vorläufige Ende des “Easy Money” der vergangenen Monate könnte damit eingeläutet worden sein.

Viel hängt nun von den nächsten Handelstagen ab: Wächst die Sorge um die schönen Kursgewinne der vergangenen Monate zur regelrechten Angst und endet dann in einem panischen Ausverkauf, der den gestrigen im Ausmaß noch überbietet? Oder bleibt es bei einer Korrektur, die von einer Phase der kritischen Seitwärtsbewegung begleitet wird, um dann doch wieder in den Rallymodus umzuschwenken? So viel zumindest scheint wahrscheinlich: Psychologisch und auch charttechnisch hat der Markt gestern einen beträchtlichen Dämpfer bezogen, der eine nahtlose Fortsetzung der Hausse der vergangenen Monate eher unrealistisch erscheinen lässt.

AddThis Social Bookmark Button     Posted in Deutsch from Investor on 1. Mar. 2007


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