Investor Today  

Investment-Mythos 11: Alle Berater sind unabhängig und objektiv


Banken erwecken gerne den Eindruck, nur im Interesse des Kunden zu beraten. Leider sieht die Realität dramatisch anders aus.

Sparkassen-Kunden haben oft Deka-Fonds im Depot. Kunden der Genossenschaftsbanken haben oft Union-Fonds. Deutsche Bank-Kunden besitzen oft DWS-Fonds und Kunden der Dresdner Banken DIT-Fonds.

Ist das Zufall? Oder gibt es einen Grund?

Es gibt einen Grund. Banken haben Eigeninteressen. Diese sind für den Kunden aber in der Regel nicht direkt erkennbar. Ob Investment Fonds oder Zertifikate, beim Verkauf vieler Finanzinstrumente wird die Bank nicht nur vom Kunden bezahlt, sondern auch vom Produktgeber. Diese Bezahlung besteht nicht nur aus Aufschlägen, sondern auch aus Bestandsprovisionen.

Wenn Ihre Bank Ihnen einen Investmentfonds oder ein Zertifikat verkauft, erhält die Bank jährlich eine Bestandsprovision von der Produktgesellschaft. Wussten Sie das? Hat Ihre Bank Ihnen das jemals erzählt? Und hat die Bank Ihnen erklärt, welche Rolle diese Bestandsprovision bei der Anlageempfehlung gespielt hat?

Auch Finanzinstitute und Berater die keine Hausprodukte besitzen, haben diesen Interessenkonflikt in der Anlageberatung. Denn die Unterschiede in Bestandsprovision zwischen den einzelnen Investmentprodukten sind sehr groß. Manche Produkte generieren sehr niedrige Bestandprovisionen während andere sehr hohe Bestandsprovisionen generieren.

Viele Finanzinstitute behaupten unabhängig zu beraten, weil sie keine Hausprodukte haben. In Wirklichkeit fließen Provisionen und diese Provisionen. Diese Provisionen sind nicht für alle Produkte gleich, bleiben dem Kunden verborgen, und stehen im Widerspruch zu einer unabhängigen und objektiven Beratung.

Dazu kommt, dass risikovolle Produkte oft höhere Provisionen bieten als risikoarme Produkte. Ich spreche regelmäßig mit Kunden die sich in der Vergangenheit daran gestört haben, dass Ihre damalige Bank ihnen immer wieder risikovolle Produkte angeboten hat obwohl sie ihrer Bank klar gesagt hatten, dass sie kein Interesse an risikovollen Anlagen haben. Verstehen Sie den Hintergrund?

Es gibt im deutschen Markt wenige Finanzinstitute die den Kunden tatsächlich unabhängig beraten und dieses auch nachweisen. Historisch gesehen sind die Family Offices der reichen Familien, sowie einige der Vermögensverwalter und Privatbanken die sich auf die schwerreichen Kunden spezialisiert haben, Vorreiter in der unabhängigen Beratung.

Weiterhin gilt, dass nur die Finanzinstitute, welche die Bestandsprovisionen an den Kunden weiterreichen, behaupten können, nachweisbar unabhängig zu beraten.

Quelle/Source: yeald.de

AddThis Social Bookmark Button     Posted in Deutsch from Investor on 19. Jan. 2007


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